Die Welt von Bruno Spengler.

Bruno Spengler ist bei seinen Fans vor allem wegen seiner guten Laune und seinem Charme beliebt. Die Konkurrenz hingegen fürchtet ihn aufgrund seiner fahrerischen Klasse. Denn er gehört zu den routiniertesten Piloten der DTM und zählt auch 2016 wieder zu den heißen Titelkandidaten. Sein Ziel ist klar definiert: mit dem Black Beast siegen.

Wie oft stand Bruno bereits auf der Pole? Was denkt er über das vergangene Rennen? Und wie kam er eigentlich zum Motorsport? Hier erfahren Sie alles rund um das Leben und die Karriere des DTM-Stars.

Seine Statistiken.

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15
Siege
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48
Podiumsplätze
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18
Pole-Positions
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15
Schnellste Runden
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718
Führungsrunden
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6852
Gefahrene Runden
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2389
Führungskilometer
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23859
Gefahrene Kilometer

Sein Blog.

Werden Sie zum Insider und erfahren Sie aus erster Hand, was Bruno Spengler während der DTM-Saison und darüber hinaus erlebt.

DTM-Saisonstart 2016.

Auf in den Endspurt.

Langsam aber sicher neigt sich die DTM-Saison 2017 ihrem Ende entgegen. Nur noch vier Rennen, dann ist wieder Winterpause. Grund genug, bei den verbleibenden Events noch einmal alles zu geben. Bevor der finale Showdown auf dem Hockenheimring ansteht, geht es für mein Black Beast und mich aber erst einmal zu einem meiner persönlichen Renn-Highlights – nach Spielberg. Auf dem Red Bull Ring zu fahren, macht einfach Spaß. Die Strecke ist abwechslungsreich und bietet dazu noch ein wunderschönes Panorama. Wer das einmal live gesehen hat, weiß, was ich meine. Natürlich geht es mir in erster Linie darum, so gut wie möglich in beiden Rennen abzuschneiden. Im vergangenen Jahr konnte ich eine Top-10-Platzierung einfahren. Dieses Mal soll es noch ein bisschen weiter nach vorn gehen – und das wenn möglich am Samstag und am Sonntag. Auch wenn ich selbst kaum noch eine Chance auf den Titel habe, möchte ich doch alles geben, um zusammen mit meinem Team noch so viele Punkte wie möglich zu holen und die Saison bestmöglich zu beenden. Auf geht’s in die Steiermark!

DTM-Saisonstart 2016.

Ringkampf.

Ding, ding, ding. Das war heute ein echter Ringkampf hier in der Eifel. Fast wie im Schwergewichtsboxen. Und das Black Beast hat den Lucky Punch gesetzt. Weil die Strategie von meinem Team perfekt war an diesem Tag. Ich habe mit dem Boxenstopp lange gewartet – konnte Führungsrunden sammeln. Was für ein riesen Gefühl das ganze Feld hinter mir zu haben! Als ich nach dem Stopp die Reifen wieder auf Temperatur hatte begann der finale Schlagabtausch. Hier ein Punch. Da eine rechte Gerade – und schon war ich auf Rang vier. Ein super Resultat nach Startplatz neun. Ich bin superhappy. Und das Beste: In zwei Wochen geht der Ringkampf in die nächste Runde. Es geht vom Ring an den Ring – von der Eifel in die Steiermark. Dann heißt es ding, ding ding auf dem Red Bull Ring.

DTM-Saisonstart 2016.

WASSER MARSCH!

Ich weiß nicht so recht, ob ich heute nach dem Rennen duschen soll. Verschwitzt bin ich ja. Aber ich kann kein Wasser mehr sehen – nach dieser Rutschpartie in der Eifel. Regen. Überall Regen. Schon im Qualifying haben mir und dem Black Beast der glitschige Asphalt und die Wassermassen von oben die Stimmung verhagelt. Nur Platz 15 - und das auf dem Nürburgring. Hier habe ich schon unter allen Bedingungen Siege gefeiert. Wie 2012 auf meinem Weg zum Titel. Aber da hat die Sonne vom Himmel geknallt. War das ein heißer Tanz damals. Heute bin ich im Regen leider nur auf Platz 13 ins Ziel gerutscht und habe die Punkteränge verpasst. Abtrocknen und weiter geht’s. Ich habe mich schon schlau gemacht: Morgen werden es 14 Grad bei wolkenverhangenem Himmel. Regnen soll es nicht. Da bin ich aber erleichtert. Und mein Black Beast auch. Das steht eher auf Champagnerduschen nach Siegen und nicht auf Regenduschen am Nachmittag.

DTM-Saisonstart 2016.

DER ENDSPURT BEGINNT.

Wie die Zeit fliegt: Gerade erst waren wir beim DTM-Saisonauftakt in Hockenheim, nun starten wir in den Endspurt. Auf dem Nürburgring beginnt für mich und meine BMW Kollegen das letzte Drittel der Saison. Der Nürburgring ist eine meiner absoluten Lieblingsstrecken. Der Kurs hat viele langsamere und mittelschnelle Kurven. Da ist wichtig, dass mein Black Beast perfekt abgestimmt ist. Ich habe dort schon mehrere Male gewonnen, und das bei allen Bedingungen. Was dazu kommt, sind die Fans am Nürburgring. Sie sind einfach toll, mit großer Leidenschaft dabei und sorgen für eine klasse Stimmung. Ich war in diesem Jahr bereits dort, als ich zum ersten Mal am 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife teilgenommen habe. Jetzt freue ich mich darauf, mit der DTM in die Eifel zu kommen. Vielleicht sehen wir uns dort sogar? Egal, ob ihr auch am Ring seid oder die Rennen im TV verfolgt – ich danke euch fürs Daumendrücken!

DTM-Saisonstart 2016.

DER BLICK GEHT NACH VORN.

Nun ist das DTM-Rennwochenende in den holländischen Dünen auch schon wieder vorbei. Ich verlasse Zandvoort mit gemischten Gefühlen, denn für mich lief es leider nicht ganz so wie erhofft. Nach dem schwierigen Rennen am Samstag war ich entschlossen, am Sonntag zurückzuschlagen. Denn ich wusste: Mein Black Beast hat das Potenzial für ein starkes Ergebnis. Und tatsächlich war das Qualifying besser als am Samstag. Im Rennen selbst ging es drunter und drüber: Es war ganz schön turbulent in den Dünen. Am Ende habe ich für den zehnten Platz noch einen Punkt bekommen, aber natürlich hatte ich mir mehr vorgenommen. Egal, Zandvoort wird abgehakt, und bei mir und meinem BMW Team RBM geht der Blick direkt nach vorne. Als nächstes treten wir auf den Nürburgring an – und glaubt mir: Wir werden alles dafür geben, dort wieder ganz vorne mitzumischen.

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Seine Vergangenheit.

Bedeutende Siege, spannende Duelle, große Titel. Bruno Spengler hat in seiner bisherigen Motorsportkarriere viel erreicht. Absoluter Höhepunkt: der DTM-Titel 2012. Doch wie tickt Bruno ganz persönlich? Und was denkt er über seine bisherigen Erfolge? Hier erfahren Sie es: Bruno über…

…seine Kindheit:

„Ich bin inmitten der wunderschönen kanadischen Natur aufgewachsen – und damit kein typischer Stadtmensch. Ich hatte das große Glück, dass mein Vater in einem Nationalpark gearbeitet hat und wir deshalb dort wohnen konnten. Dort gab es einfach alles, was sich ein Kind wünschen kann: viel Platz, eine tolle Landschaft und vor allem Tiere.

Ich hatte sogar meinen eigenen Waschbären, den ich Vortex nannte, so wie meinen Motor im Go-Kart. Außerdem haben wir uns, als ich zwölf Jahre alt war, für etwa ein Jahr um zwei kleine Schwarzbären gekümmert. Die Ranger hatten sie im Wald gefunden, nachdem ihre Mutter verschwunden war. Es war großartig, in einer solchen Umgebung aufzuwachsen, und es war für mich der perfekte Ausgleich zum Rennfahren.“

…seine Schulzeit:

„Die Schule hatte für meine Eltern immer oberste Priorität – erst dann kam der Motorsport. Ich durfte fahren, wenn meine Noten gut waren. Und das hat mich motiviert. Ich wollte gute Leistungen in der Schule bringen, damit ich anschließend auf die Rennstrecke konnte.“

…seinen Werdegang:

„Mit etwa 15 Jahren war es dann für mich soweit, den Sprung nach Europa zu wagen. Das war die logische Konsequenz für mich, weil es dort mehr Möglichkeiten gab, Rennen zu fahren. Die Saison ist in Europa länger als in Kanada, wo der Winter von Anfang November bis Mitte April geht, und das fahrerische Niveau ist sehr hoch.

Mein Vater hat mich auf fast all meinen Reisen begleitet. Mit 17 habe ich an so vielen Rennen in Europa teilgenommen, dass ich entschied, meine Heimat in Kanada zu verlassen. Die Reisen waren einfach zu anstrengend und zeitraubend. Und gerade das Elsass, wo ich dann auch hinzog, war mir bereits gut bekannt. Von dort stammt meine Mutter, und ich bin auch dort geboren.“

…seine Eltern:

„Obwohl der Motorsport nicht unbedingt die Lieblingssportart meiner Eltern war, haben sie mich immer bei meinen Träumen und Plänen unterstützt. Meine Mutter hat versucht, mir jede nur erdenkliche Sportart zu ermöglichen, damit ich die richtige finden konnte. So habe ich mich erst einmal durchprobiert: Tennis, Fußball, Rugby, Golf… Aber letztendlich war es immer der Motorsport, für den mein Herz geschlagen hat.

Meine Eltern haben irgendwann gemerkt, dass es genau das ist, was mir gefällt und was ich machen möchte. Seitdem haben sie mich immer bei allem unterstützt. Das ging schon zu Kartzeiten los. Die nächste Rennstrecke war 140 Kilometer von unserem Wohnort entfernt. Trotz der großen Entfernung haben sie mich immer dorthin gefahren, damit ich meinen Traum leben konnte.“

…seine Anfänge im Motorsport:

„Obwohl ich so nah an der Natur war, haben mich schnelle und laute Autos schon immer fasziniert. Bereits mit fünf Jahren habe ich meinem Vater von der Rückbank im Auto immer zugerufen ‚Fahr schneller’ und ‚Überhol ihn, Papa’. Als ich dann neun war, meinte er, dass ich es einfach mal mit dem Kartfahren probieren sollte. Und es hat mir auf Anhieb gefallen – meinem Vater natürlich weniger.“

…seinen ersten großen Sieg:

„Im Kart habe ich einige Rennen gewonnen, ich war sogar französischer Meister. Aber für mich persönlich war mein erster Formel-Renault-Sieg 2001 in Magny-Cours etwas ganz Besonderes. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Es war mein erstes Jahr in der Formel Renault, und am Tag zuvor war das Qualifying eine absolute Katastrophe. Es hatte so stark geregnet, dass es zu Aquaplaning kam und ich direkt in die Mauer krachte. Am nächsten Tag bin ich dann als 30. ins Rennen gegangen. Die Strecke war noch halb nass. Der Teamchef fragte mich damals, mit welchen Reifen ich starten will und ich antwortete sofort „mit Slicks“.

Die meisten der anderen Fahrer starteten auf Regenreifen, aber ich war mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Natürlich waren die ersten Runden katastrophal, ich bin nur herumgerutscht. Aber danach wurde es immer besser, und ich schob mich immer weiter in diesem riesigen Teilnehmerfeld nach vorn, bis ich schließlich Erster war und das Rennen dann auch gewann. Das war unglaublich für mich. Ich war ein absoluter Neuling im Formel-Sport, und die Umstellung war nicht gerade einfach. Deshalb hat mir dieser Sieg so unheimlich viel bedeutet.“

…die DTM:

„Die DTM ist für mich eine absolute Spitzenserie. Meiner Meinung nach gibt es weltweit nur zwei bis drei Serien, die zur absoluten Spitze gehören. Dazu gehören ganz klar die Formel 1, die NASCAR und eben die DTM. Allein ein solches Auto wie den BMW M4 DTM zu fahren, ist einfach sensationell und macht unheimlich viel Spaß. Es ist ein echtes Leichtgewicht, und beim Fahren fühlt es sich fast wie ein Formelwagen an. Jedes Jahr, wenn ich mich beim ersten Test wieder hinter das Steuer setze, bekomme ich Gänsehaut und bin von neuem von diesem Auto fasziniert.

Was die Serie für mich auch so besonders macht, ist, dass die besten Automobilhersteller dabei sind. Jedes Team und jeder Fahrer geht ans Limit und gibt alles. Das merken auch die Zuschauer. Sie können sich mit der Serie identifizieren, weil der BMW M4 DTM dem Serienfahrzeug so ähnlich sieht. Sie sind immer voll dabei, die Atmosphäre bei den Rennen ist großartig. Das erlebt man sonst selten.“

…seinen DTM-Titel 2012:

„Nachdem ich den Titel zweimal knapp verpasst hatte, war es ein unglaublicher Triumph für mich, als ich den Fahrertitel 2012 gewann. Für einen Fahrer ist es das oberste Ziel zu gewinnen. Dafür trainiert man das ganze Jahr über sehr hart und kämpft bis zum Schluss. Natürlich hat mich das unheimlich motiviert, aber es war nicht unbedingt der Titel, der mir klar gemacht hat, dass ich sehr gut bin. Wenn du so oft so nah dran bist, einen wichtigen Titel zu gewinnen, musst du einfach zu den Besten gehören. Deshalb habe ich auch vorher nicht an mir gezweifelt und habe nie den Zwang verspürt, den Titel holen zu müssen, um es allen anderen zu beweisen.

Meine Leistungen waren konstant gut und mir war klar, dass es irgendwann einfach klappen muss. Und so war es dann tatsächlich auch. Mit BMW den Titel zu holen, war letztendlich das Besondere für mich. Es war unsere erste gemeinsame Saison, BMW war gerade erst in die DTM zurückgekehrt und wir hatten große Herausforderungen zu bewältigen. Ein neuer Hersteller, ein neues Team und vor allem ein neues Auto – das war auch eine große Aufgabe für mich persönlich. Es hat mich unheimlich stolz gemacht, dass BMW dieses große Vertrauen in mich gesetzt hat. Wir haben alle hervorragende Arbeit geleistet und obwohl es niemand von uns erwartet hatte, haben wir es geschafft.“

…seinen entscheidenden Sieg 2012:

„Das letzte Saisonrennen 2012 war Emotion pur. Es ging einfach um alles, Gary Paffett und ich lagen so dicht beieinander. Wir wussten, dass wir gewinnen müssen, wenn er auf Rang zwei bleibt. Das war natürlich ein wahnsinniger Druck – nicht nur für mich, sondern für das ganze Team. Wir durften uns keinerlei Fehler erlauben. Und er blieb tatsächlich die ganze Zeit dicht hinter mir. Aber am Ende haben wir die Nerven behalten und konnten jubeln. Das war ein unglaublicher Moment, den ich niemals vergessen werde.“

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Sein Auto.

Es ist eines der auffälligsten Fahrzeuge im Feld: der BMW Bank M4 DTM. Sein mattschwarzes Design macht ihn unverwechselbar. Aufgrund der markanten Farbe haben die Fans das Fahrzeug „Black Beast“ getauft. Mit seinen ca. 480 PS beschleunigt der Rennwagen innerhalb von drei Sekunden von 0 auf 100 km/h.

So lässt er manchen Konkurrenten staunend hinter sich zurück. 2016 starten Bruno und das „Black Beast“ bereits in ihre fünfte gemeinsame Saison. Und auch dieses Mal haben sie ein klar definiertes Ziel vor Augen: zu siegen.

Sein Sound.

» Für mich gehört Musik untrennbar zum Leben. Jeder Sieg fühlt sich mit dem richtigen Lied noch emotionaler an. Nach einer Niederlage baut mich ein cooler Song wieder auf. Musik macht das Leben einfach bunter. «

– Bruno Spengler, 2016